#8613
Ilaria
Gast

Tips und Strategien

Hallo liebe NCler/innen 🙂
Hier einige Tips von einer Alumna. Zur Einordnung: Ich habe das Gymi gemacht, dann ein Zwischenjahr, ab März neben einem 40% Job NC-Vorbereitung.

Am NC selber war ich besser als je zuvor, verrückte Dinge passieren. Ich hatte 127 Punkte und TP 99. En Detail:

Muster: 16
Mednat: 12
OIR: 17
QFP: 12
TV: 13
Fi: 15
Fa: 18
D&T: 11
Konz: 13

Allgemein:
– NC als Hauptthema während der Vorbereitung: Er sollte deine Priorität sein. Was nicht heisst, dass du dich für Monate zuhause verschanzen sollst, logo. Du findest schon dein Gleichgewicht.
– guter Arbeitsplatz: Bibi, zuhause, beides, nur gut muss es sein.
– viel üben: Bei kurzen UTs sowieso. Ich habe gehört, dass man sich über 4 Wochen verbessert und danach gleich bleibt. Das heisst, es lohnt sich, 1 bis 2 Monate vor dem NC den Fokus auf die kurzen zu legen. Bei den langen UTs wird man auch besser, selbst wenn man es manchmal nicht glaubt. Man lernt zu erkennen, was gefragt ist, und legt sich eine Strategie zu und findet eine Routine, die macht einen auch schneller.
– im Zweifel: einfach üben. Ich habe mich oft gefragt, ob ich denn richtig übe, ob ich die richtige Strategie habe, ob sich das überhaupt auszahlt. Am Ende findest du deine Strategie durchs Tests lösen. Wie du übst ist nebensächlich.
– Mach ganze Simulationen: dadurch übt man, sich lange und ohne Pause zu konzentrieren. Ich würde von Anfang an eine Simulation pro Woche machen.
– Vertrauen, dass man besser wird: Ich habe oft gezweifelt, ob das Üben überhaupt was nützt, und es nützt wirklich.
– Spass am Lernen: Staune, wie krass unser Körper ist. Was auch immer du dir sagen musst, damit es Spass macht, sags dir. Du kannst den NC romantisieren oder ihn aus Herausforderung für deinen Charakter sehen, oder als gute Vorbereitung aufs Durchbeissen während dem Studium. Grenzenlose Möglichkeiten…
– nicht verzagen: Manchmal geht es lange bis man grosse Verbesserungen merkt. Ich habe im März angefangen zu lernen und zwei Monate vor dem NC hatte ich ca. 90 Punkte.
– Nc-like Simulationen: Teuer, aber es lohnt sich sehr.
– Mindset: Du darfst dich ruhig selbst gaslighten. Ich habe mir vor dem NC gesagt: Du schaffst das, du hast schon bestanden.
– ruhig und gefasst: Lass dich nicht vom Zeitdruck stressen, mach so viel du kannst in der Zeit. Ich habe mir zB nie aufgeschrieben, um welche Zeit der UT fertig ist.
– gute Alternative: Ich freute mich schon auf mein Bio-Studium, falls ich den NC nicht bestehen würde. Das Gute ist, dass man den NC so oft wie nötig machen kann. Am NC sass neben mir ein 50-Jähriger, vielleicht war der immer noch dran… 🙂

Lange Untertests

Mednat & TV:
Das Tolle an Mednat und TV ist, dass man spannende Sachen über den Körper lernt, schon ein bisschen wie im Medizinstudium. Mit jedem neuen Text, mit jedem Vorgang, den man kennenlernt, erweitert sich das Bild vom Körper und man versteht neue Texte noch besser. Ich habe mal meine Erkenntnisse aufgelistet:
– Verstehe den Text: Vor allem in der Vorbereitung genug Zeit nehmen, die Texte zu verstehen, denn Vorwissen über den Körper hilft extrem, Texte schneller zu erfassen. Bei Mednat habe ich immer versucht, den Text richtig zu schnallen, und dann erst die Fragen zu lesen. Wenn man den Text verstanden hat, braucht man auch nicht nachzulesen. Und man hat etwas zu staunen. Bei TV das Gleiche, aber manche Texte sind zu kompliziert, um in kurzer Zeit verstanden zu werden, dann ohne Kontext nach Antworten suchen.
– keine Skizzen: wenn man den Text verstanden hat, braucht man keine, und falls es nicht anders ging, habe ich lieber nachgelesen, um Zeit zu sparen.
– Anstreich-Methode: Ich habe mit nur einer Farbe gearbeitet. Das Thema, um das es im Abschnitt ging, umkreiste ich. Wichtige Zahlen, Untergruppen, Verben wie “verstärkt”/”hemmt” habe ich knapp angestrichen.
– zum Auswählen: Bei Mednat geht es zu lange, sich vor jedem Text zu überlegen, ob er schwer aussieht und man ihn überspringen soll. Ich würde empfehlen, dass du dich einfach von vorne nach hinten durcharbeitest. Bei TV hingegen, lohnt es sich, auszuwählen, evtl. nur 2/3 Texte.
– “flush the toilet”: Das sagte mein Mathelehrer immer, wenn wir eine Reihe von Prüfungen nacheinander hatten. Sobald die Fragen beantwortet sind, den Text komplett runterspülen und sich auf den nächsten konzentrieren.

Quanti:
– Tricks zum Üben: Viel Üben, ich habe den MedGuru Leitfaden und 2 Bücher durchgearbeitet. Wenn ich eine Aufgabe falsch hatte, habe ich sie mit einem Post-it markiert und später nochmals 2-3 mal gelöst.
– Tricks zum Lösen: Lerne Kopfrechnungs-Tricks & schreib am Anfang auf, was gegeben und gesucht ist. Das hilft, einen Überblick zu kriegen und sich schon mal Gedanken zu machen, wie man vom Gegebenen zum Gesuchten kommt.
– Auswählen: Wie bei Mednat braucht es zu viel Zeit, auszuwählen. Fange einfach an und überspring die Aufgabe, wenn du sie nicht oder nur langsam lösen kannst.

D&T:
In D&T war ich nicht so begabt, und es geht Vielen so. Eine NC-Freundin von mir, die zuerst Psychologie studiert hat, hat mir erklärt, wie lächerlich die Diagramme und die dazu gestellten Fragen in den Augen einer Wissenschaftlerin sind. Anscheinend werden Sachen gefragt, die man in Wirklichkeit nie anhand von dem gegebenen Diagramm ableiten müsste. Aber it is what it is, und wenn man es nicht perfekt begreifen kann, kann man immerhin besser werden.
– nicht verstehen: So leid es mir tut, und so schade es ums Staunen ist, hier habe ich nicht aufs Verstehen gesetzt. Als Erstes habe ich die Fragen gelesen und dann, ohne das Diagramm genauer anzuschauen, Zahlen abgelesen. Ein bisschen versteht man sogar so, und das reicht, um die richtige Antwort zu finden.
– Quantität über Qualität: Je mehr educated guesses man macht, desto wahrscheinlicher hat man was richtig.

Kurze Untertests

Muster:
Ich habe den Kreuzblick schnell gelernt und danach hat sich meine Strategie nicht mehr gross verändert, dazu kann ich also nicht viel sagen.

Konz:
In Konz war ich passabel, aber nicht wirklich gut. Daher nur etwas:
– viel üben: in den letzten 1-2 Monaten täglich 1-2 Tests lösen

Objekte im Raum:
Zuerst dachte ich, dass ich mich nie verbessern würde, aber am Schluss konnte ich teilweise sogar mehr als 18 Aufgaben in der Zeit lösen. Auch für dich, wenn du diesen UT täglich einmal machst, kannst du gut die volle Punktzahl absahnen.
– Kurzer Überblick: nur sehr kurz versuchen, die Drehung auf Anhieb zu erkennen. Sonst immerhin gleiche Objekte finden.
– Reihenfolge: im Kurs sagte man mir, ich solle die Antwortmöglichkeiten der Einfachheit nach durchgehen, dh. zuerst -> ->, <- <- usw. Für mich hat es sich aber bewährt, mich von A nach E durchzuarbeiten, so brauchte ich keine Zeit zum auswählen.
– sehr unpicky sein: Sobald eine Lösung plausibel war, kreuzte ich sie an und ging weiter. Das geht aber wahrscheinlich erst mit der Zeit. Am Anfang lohnt es sich, langsam und genau zu üben.
– Kontrolle: Am Schluss, wenn Zeit blieb, ging ich die Aufgaben, wo ich A, B oder C hatte, nochmals durch, weil es doch wahrscheinlich ist, dass man etwas verpasst hat, wenn man nur 1-3 der Lösungsmöglichkeiten angeschaut hat.

Figuren und Fakten:
Bis es bei Fifa bei mir klick gemacht hat, hats lang gedauert. Vor allem bei Figuren. Zuerst habe ich es so versucht, wie ich es im Kurs gelernt hatte, nämlich mir Figuren durch freie Assoziationen und Fakten durch Bilder zu merken. Nach dem Klick:

Figuren:
– örtliche Aufteilung: Kreis achteln + 1 Bereich in der Mitte. Für jeden der Bereiche habe ich mir ein Thema überlegt, zB: Mensch, Luftfahrt, Gott/Bibel, Pflanze, Verletzung, under the sea, Sex, Tier, Sport, Land, Möbel, Buchstabe/Zahl usw.
– work smarter: anfangs kurz Zeit aufwenden, um zu erkennen, in welchem der Bereiche die meisten schwarzen Flächen liegen, zB 5 Flächen unten rechts. Am Ende der Reproduktion sind 5 der Figuren, die man nicht weiss, unten rechts. So hat man es leichter als Detektiv den Rest zuzuordnen, auch wenn man nicht alle anderen Figuren auf Anhieb weiss.

Fakten:
– Loci-Methode
– Liste mit Assoziationen
– Geschichten: Bilder der Patienten an eine “Geschichte” pro Raum und Wortspiele knüpfen
– umso wilder, desto besser (siehe Beispiel ;))

Beispiel:

1. Fischer: Lehrer, idealistisch, Asthma
2. Franke: Dozentin, pragmatisch, COPD
3. Fiedler: Schulleiter, autoritär, Lungenfibrose

1. Ein Freund von mir mit Nachname Fischer steht mit einem Stock vor einer Wandtafel (Assoziation für Lehrer) und erklärt eine Idee, ihm wachsen Äste aus den Ohren
2. steht in einem Turm mit Kuppel (wie in Prag) aus Geld und schaut auf Lehrer hinab (denn als Dozentin ist sie höher als er als Lehrer), trägt sexy Polizeiuniform, und korrigiert ihn
3. sitzt im Auto und probiert, den Turm zu rammen und Franke zu stürzen, spielt laut Geige und schreit dazu.

Alles Gute und viel Staunen!