-Wie war meine Vorbereitung (wv Wochen zuvor angefangen, wv Stunden pro Woche, Fokus auf bestimmte Untertests)
Meine Vorbereitung auf den EMS 2025 begann im März, als ich mich in die einzelnen Untertests einlas. Im April besuchte ich den Vorbereitungskurs von Medtest, den ich sehr empfehlen kann, da man dort die wichtigen Strategien lernt (Es gibt sicherlich auch andere gute Kursanbieter) .Im Mai und Juni habe ich dann intensiv gelernt, täglich etwa drei Stunden. So konnte ich fünf bis sechs Tage pro Woche lernen, ohne auszubrennen. Für mich funktioniert es besser, regelmässig ein bisschen zu lernen, statt wenige sehr intensive Tage zu haben. Ich würde jedem empfehlen, auf sich selbst zu hören und herauszufinden, was am besten funktioniert. Vergleicht euch auf keinen Fall mit anderen, die Strategien haben, die für euch nicht passen. Lernen ist sehr individuell. Anfangs konzentrierte ich mich komplett auf die langen Untertests und später machte ich jeden Untertest einmal pro Tag (Meist nicht komplett sondern zum Beispiel nur einen Leseverständnistext anstatt drei). Es ist wichtig, herauszufinden, wo man seine Energie sinnvoll einsetzt. Persönlich fand ich das Leseverständnis sehr schwer zu verbessern und bei Quanti ist der Zeitaufwand enorm, weshalb ich dort weniger Fokus legte. Im Gegensatz dazu lohnen sich Fakten, Figuren, Konzi und Objekte im Raum besonders, da man hier schnell Fortschritte machen und hohe Punktzahlen erreichen kann. Den Kreuzblick habe ich relativ spät gelernt. Die Bilder waren immer unscharf doch durch konsequentes Wiederholen hat es etwa einen Monat vor der Prüfung geklappt. Die letzten drei Wochen konnte ich ihn noch verbessern und auch wenn er nicht perfekt war, gab er mir Sicherheit. Deshalb würde ich einfach immer weiter ein paar Muster am Tag machen bis die Bilder irgendwan scharf werden.
-Wo hatte ich besonders Mühe bei der Vorbereitung
Einige Untertests fielen mir besonders schwer, vor allem Quanti und Leseverständnis. Meine Resultate beim Konzentrationstest waren sehr unterschiedlich, bis ich verstand, dass es verschiedene Levels gibt und ich mich aktiv darauf konzentrieren muss, ob es ein langsamer oder schneller Konzentrationstest ist. Ich habe gemerkt, dass Abwechslung beim Lernen sehr wichtig ist, sonst wird es zu monoton. Ausserdem ist es nicht notwendig, in allen Untertests perfekt zu sein. Ich bin auch der Meinung das es nicht nötig ist naturwissenschftliche Literatur zu lesen, es geht eher darum zu vertsehen mit welchen Strategien man die Texte liest und wie man die verschiedenen Unterteste angehen muss. Drei Wochen vor dem EMS machte ich die Hauptsimulation bei Medtest, die letzte meiner vier Probeprüfungen, und bestand sie nicht. So musste ich genau analysieren, was das Problem war. (Sehr spezifisch, aber vielleicht hilft es jemandem: Bei mir war es wichtig zu verstehen, wo ich schneller arbeiten konnte, wo ich genau und langsam sein musste und wie ich den Übergang zwischen diesen Bereichen meistern konnte.)
-Wie fühlte ich mich mental und physisch während der Prüfung?
Ich habe mich mental auf die Prüfung vorbereitet, was für mich einen entscheidenden Vorteil darstellte. Ich visualisierte den Prüfungstag, stärkte meine Selbstsicherheit mit Affirmationen und entwickelte Techniken, um Angst zu reduzieren. Ein einfacher, aber effektiver Trick war, die Schuhe der anderen Teilnehmenden zu beobachten, um mich zu fokussieren und Nervosität zu reduzieren. In Zürich nehmen so viele Menschen teil und alle Gesichter zu sehen kann überwältigend sein. Generell hilft es, locker zu bleiben. Durch genügend Probeprüfungen entwickelt man auch mentale Stärke und lernt, wie man mit einem Untertest umgeht, der nicht gut läuft. So fühlte ich mich mental sehr stabil am Prüfungstag.
-Was überraschte mich während der Prüfung?
Überrascht hat mich die grosse Anzahl an Teilnehmenden. Ausserdem sollte man nicht erwarten, bei Fakten und Figuren volle Punkte zu erzielen, auch wenn man dies bei der Vorbereitung oft schafft. Die Atmosphäre, Lautstärke und der Schwierigkeitsgrad machen es am echten Tag fast unmöglich, perfekt zu sein. Beim Konzi-Test half mir das Adrenalin enorm, dennoch musste ich mich aktiv pushen nochmals alles zu geben. Meine Empfehlung ist, möglichst viele Probeprüfungen realistisch durchzuführen, inklusive Morgenroutine, Essen und Trinken, damit sich der echte Prüfungstag vertraut anfühlt. Man soll sich auf Überraschungen vorbereiten. Keine Prüfung läuft perfekt und man darf deshalb nicht in Panik geraten. Ruhig weiterarbeiten und den Plan einhalten. Generell soll man einen genauen Plan haben, zum Beispiel bei Lese nur zwei Tests lesen oder bei Diagrammen nur zwölf Aufgaben lösen, angepasst an das, was am besten funktioniert. Diesen Plan sollte man bei den Probeprüfungen testen und anpassen und beim echten EMS umbedingt einhalten.
-Wie fühlte ich mich nach der Pruefung Wie konnte ich mich ablenken
Nach der Prüfung fuhr ich direkt in die Ferien. Anfangs musste ich manchmal an die Prüfung denken, aber die Ablenkung durch Freunde, die die Prüfung nicht gemacht hatten, half sehr. Als ich am 25. Juli am Morgen erfuhr, dass die Ergebnisse früher per Mail kommen würden, war ich extrem nervös den ganzen Tag.
(optional) bestanden/nicht bestanden, Testresultat, Testprozentrang, Zuteilung welcher Uni
Bestanden: Ja (Erstversuch)
Punktzahl: 101
TP: 75
Uni: Zürich (Humanmedizin), meine Wunschuni, ich wohne auch im Kanton Zürich
Muster: 14
Mednat: 9
Objekte: 13
Quanti: 8
Text: 6
Figuren: 12
Fakten: 15
Diagramme: 10
Konzi: 14
Wichtigste Tipps:
Kein Vergleich mit anderen, lernt im eigenen Tempo mit eigenem Fokus. Online haben viele sehr sehr gute Ergebnise, das braucht ihr nicht um zu bestehen, last euch nicht einschüchtern vor allem am Anfang des Lernprozesses. Fokusiert euch nicht zu fest auf die Punktzahl, sondern eher ob ihr eure Strategien verbessert und die Konzepte versteht. Genügend Probeprüfungen machen und gut analysieren. Der Kreuzblick gibt viel Sicherheit, auch wenn er nicht perfekt klappt, einfach weiter üben. Man muss auf keinen Fall überall gut sein. Ein paar schlechte Untertests kann man sich leisten. Ich hatte einen Blackout bei Figuren, normalerweise mein bester Untertest, und war bei Textverständnis deshalb gestresst. Eine kurze Pause einlegen, tief durchatmen, sich sammeln und konzentriert weitermachen. Bleibt zuversichtlich, vertraut euch selbst. Ich weiss es ist stressig aber es ist wirklich keine Zauberei. Lernt regelmässig, macht gute Pausen, stresst euch nicht zu sehr und bleibt positiv. Wichtig ist vor allem, dass ihr eure Probeprüfungen gut analysiert und nicht aufgebt. Falls es nicht klappt, könnt ihr den Test immer wiederholen. Sprecht mit Personen, die den EMS bereits geschrieben haben und euch wertvolle Tipps geben können. Lasst euch auf keinen Fall von anderen gestressten Teilnehmenden verunsichern. Erinnert euch immer wieder daran, warum ihr das macht, verliert euer Ziel nicht aus den Augen und denkt daran, dass ihr nicht perfekt sein müsst, ihr müsst einfach „nur“ bestehen. Viel, viel Glück euch allen! (Stellt auch gerne Fragen)