Wie war meine Vorbereitung (wv Wochen zuvor angefangen, wv Stunden pro Woche, Fokus auf bestimmte Untertests)?
Ich habe Anfangs April mit der Vorbereitung auf den NC begonnen. Zu Beginn habe ich mir einen Überblick über alle Untertests und mögliche Strategien verschafft. Danach habe ich an sechs Tagen pro Woche zwischen zwei und fünf Stunden geübt. Mein Plan war es, an einem Tag Testteil A (MedNat, Objekte im Raum und Quanti) und am nächsten Tag Testteil B (Textverständnis, Figuren und Fakten sowie Diagramme und Tabellen) zu üben. Diesen Plan habe ich jedoch nicht immer eingehalten. Muster zuordnen und den Konz-Test habe ich fast täglich geübt. Für Muster zuordnen habe ich den Kreuzblick gelernt, was bei mir etwa einen Monat dauerte. Den Konz-Test habe ich jeweils zuletzt gemacht, um die Prüfungssituation zu simulieren. Ich habe von Anfang an unter realen Zeitbedingungen gelernt und manchmal nach Ablauf der Zeit die nichtgelösten Aufgaben in Ruhe gelöst. Mein Fokus lag während der gesamten Vorbereitungszeit vor allem auf der Nachbearbeitung der einzelnen Untertests. Dies erwies sich als sehr zeitaufwändig, hat sich für mich jedoch extrem gelohnt, weil ich viel über meine Fehler lernte und mich entsprechend verbessern konnte. Ab Mitte Mai habe ich mit Simulationen begonnen. Ich habe insgesamt sieben Simulationen gemacht, vier davon zuhause.
Bezüglich den einzelnen Untertests: Ich empfehle euch sehr, den Kreuzblick für Muster zuordnen zu lernen, auch wenn es am Anfang unmöglich scheint. Der Kreuzblick lohnt sich, weil man damit alle Fehler zuverlässig und schnell erkennt, egal wie schwierig die Muster sind. Für MedNat und Textverständnis fand es ich hilfreich, mir von Anfang an ein System zu überlegen und das auch zu üben (z.B. Markieren mit verschiedenen Farben/ Symbole/ Skizzen/ Schlüsselwörter notieren). Bei Quanti lohnt es sich meiner Meinung nach, sich zuerst theoretisches Wissen anzueignen, da sich bestimmte Aufgabentypen häufig wiederholen. Dazu gibt es viele nützliche Videos auf YouTube. Zu den Figuren habe ich mir kleine Geschichten ausgedacht und bei den Fakten habe ich die Loci-Methode angewendet. Besonders geholfen hat es mir bei Figuren und Fakten am Schluss der Merkphase alles nochnmal zu wiederholen. Bei Diagramme und Tabellen fand ich die Nachbearbeitung am wichtigsten. Beim Konz-Test lohnt sich regelmässiges Üben, damit man schneller und genauer wird.
Eine Woche vor dem NC habe ich mich vor allem darauf konzentriert, die Notizen zu meinen häufigsten Fehlern durchzugehen und das Gelernte zu wiederholen. Figuren und Fakten habe ich drei Tage vor dem Test zum letzten Mal geübt. Einen Tag vor dem Test habe ich nichts mehr für den NC gemacht.
Wo hatte ich besonders Mühe bei der Vorbereitung?
Ich hatte besonders Mühe, den Kreuzblick zu lernen. Vor allem am Anfang habe ich kaum Fortschritte gesehen, was ziemlich frustrierend war. Das Durchhalten hat sich aber gelohnt, denn plötzlich konnte ich es! Das Schwierigste für mich war jedoch, dass es weder Untertests gab, in denen ich besonders gut war, noch Unteretests, in denen ich besonders schlecht war. Allgemein hat meine Leistung je nach Tagesform und je nach Lehrmittel stark variiert, was mich in Hinblick auf den Testtag stark verunsicherte. In den Simulationen habe ich immer gut abgeschnitten, jedoch variierten meine Leistungen in den einzelnen Untertests auch dort. Ich habe versucht, mich davon nicht ablenken zu lassen und einfach immer weiter zu üben.
Wie fühlte ich mich (mental und physisch) während der Prüfung?
Obwohl ich mich auch mental auf die Prüfung vorbereitet hatte, war ich sehr nervös vor dem Test. Ich wusste, dass ich viel Zeit investiert hatte und während der Vorbereitungszeit mein Bestes gegeben hatte, aber die Menge an Leute, die den NC schrieben, hat mich etwas eingeschüchtert. Mir hat es geholfen, daran zu denken, dass alle im gleichen Boot sitzen. Zudem war ich mit dem Ablauf dank den Simulationen schon vertraut. Vor dem Testgebäude habe ich noch mit ein paar anderen gesprochen, im Testgebäude habe ich mich dann aber komplett auch mich selbst fokussiert. Als der Test endlich losging, verschwand die Nervosität augenblicklich. Mit Muster zuordnen hatte ich dank dem Kreuzblick einen guten Start. MedNat, Objekte im Raum und Quanti konnte ich absolut nicht einschätzen, was mich zwischendurch stark verunsicherte. Jedoch habe ich versucht, während dem Test nicht zu hinterfragen, wie gut es läuft, sondern mich nur auf die Aufgaben zu konzentrieren. Die Figuren und Fakten konnte ich mir gut merken, Textverständnis hingegen lief eher schlecht. Diagramme und Tabellen sowie Konz konnte ich ebenfalls nicht einschätzen. Während der Prüfung habe ich so wenig wie möglich getrunken, damit ich nicht auf die Toilette musste. Vor dem Konz-Test habe ich einen Traubenzucker gegessen, um mich nochmals konzentrieren zu können.
Was überraschte mich während der Prüfung?
Überrascht hat mich eigentlich nichts. Von den farbigen Blättern habe ich schon gehört und das hat mich während der Prüfung nicht gestört. Ich kann empfehlen, Simulationen zu absolvieren und die Testinfo von Swissuniversities genau zu lesen, um sich auf die Prüfungssituation vorzubereiten.
Wie fühlte ich mich nach der Prüfung? Wie konnte ich mich ablenken?
Nach dem NC hatte ich ein eher schlechtes Gefühl, konnte ich meine Leistung jedoch überhaupt nicht einschätzen. Zum Glück ging ich direkt nach dem Test für zwei Wochen in die Ferien. Dadurch konnte ich mich gut ablenken. In der Woche vor den Resultaten war ich jedoch zunehmend sicher, nicht bestanden zu haben. Die letzten paar Tage konnte ich an fast nichts anderes denken und war konstant nervös. Ich war sehr froh, dass die Resultate dieses Jahr schon früher kamen.
(optional) bestanden/nicht bestanden, Testresultat, Testprozentrang, Zuteilung welcher Uni?
Ich habe bestanden mit 124 Punkten, TP 98, Uni Basel.
Muster 17/ MedNAt 12/ OIR 12/ Quanti 13/ Textverständnis 11/ Figuren 15/ Fakten 15/ Diagramme und Tabellen 13/ Konz 16
Weitere Tipps:
– Nutzt verschiedene Lehrmittel. Die Lehrmittel sind je nach Untertest unterschiedlich gut und es lohnt sich, eine möglichst grosse Bandbreite zu testen, um für alles am NC vorbereitet zu sein.
– Gönnt euch Pausen. Pausen sind wichtig, vor allem während einer langen Vorbereitungsphase. Plant lernfreie Tage bewusst und geniesst sie auch.
– Macht Simulationen. Simulationen bereiten einem meiner Meinung nach am besten auf das Erlebnis am Testtag vor.
– Für Personen aus Basel: Nutzt den NC Lernraum der Studienberatung. Dort werden verschiedene Lehrmittel zur Verfügung gestellt, Simulationen angeboten und ihr könnt Leute treffen, mit denen ihr euch austauschen könnt.
– Und vor allem: Glaubt an euch! Haltet auch an schlechten Tagen durch, mit Übung und harter Arbeit ist der NC auf jeden Fall machbar.